Drei Anläufe für eine Osteotomie
Ein Kollege beschreibt sehr drastisch, warum er bei seinem jugendlichen Patienten drei Anläufe für eine Osteotomie benötigte.
Was ist passiert?
Im Bestellbuch steht bei Patient XY (Abiturient) eine Osteotomie Zahn 38 auf dem Plan.
Das vorliegende Orthopantomogramm ist aus dem Jahr 2002. Zunächst gehe ich davon aus, dass ich kein neues Bild benötige. Ich spritze ein, der Patient sagt nichts, auch nicht als ich aufklappe und Knochen wegnehme ? kein Zahn zu sehen!
Ich frage den Patienten, ob es sein kann, dass der Zahn auf der anderen Seite raus sollte? Er meint: ?Dann war es die andere Unterkieferseite?. Ich spritze, klappe auf, nehme Knochen weg ? nichts!
Inzwischen habe ich in der Karte festgestellt, dass beide Zähne schon im Jahr 2003 entfernt wurden (ich konnte mich nicht mehr erinnern). Der Patient meinte: ?Dann war es eben oben.? Der Zahn war dann fix draußen.?
Was waren die Fehler?
- Falsche Information aus dem Bestellbuch kritiklos
hingenommen,
- keine neue Röntgenaufnahme angefertigt,
- keine Kontrolle in der Kartei vor der Behandlung und
dem Patienten vertraut.