Intrusion durch Geschiebe
Intrusion durch Geschiebe
Was war passiert?
Versorgung mit Kronen auf 44, 45 und 46. 46 auf einem Implantat, 44 und 45 wurden verblockt und über ein konfektioniertes T-Geschiebe mit der Krone 46 verbunden. Nach 15 Monaten standen die Wurzelspitzen von 44 und 45 deutlich tiefer. Der Patient gab sehr glaubwürdig an, keine schlechten Gewohnheiten wie z.B. Pfeifen- oder Stiftkauen zu haben.
In Medline erhält man unter der Sucheingabe ?implants dental intrusion? einige Literaturangaben. Bei der Verbindung von Implantaten und natürlichen Zähnen über prothetische Konstruktionen scheint es in ca. 3 bis 5 Prozent der Fälle zu messbaren Intrusionen der natürlichen Zähne zu kommen, wobei die Frequenz bei starren Verbindungen etwas weniger ausgeprägt scheint als bei Verbindungen über Geschiebe. Es wurde allerdings keine Literaturstelle gefunden, die über einen Fall solcher Ausprägung in so kurzer Zeit berichtet.
Was war die Ursache?
Der Fall wurde in einer zahnärztlichen Newsgroup vorgestellt ? wir erhielten die folgende sehr einfache, in allen Bereichen logisch nachvollziehbare Deutung: Das Implantat ist sehr gut ankylosiert und in der Folge unbeweglich. Die Zähne 44 und 45 weisen trotz ihrer Verblockung aufgrund des Geschiebes einen gewissen Grad von Eigenbeweglichkeit nach kaudal auf ? dem einzigen Freiheitsgrad, der durch das Geschiebe nicht wesentlich limitiert wird.
Bei Kaudruck auf die Zähne 44 und 45 sinken diese leicht ein, bewegen sich also relativ zum ankylosierten Implantat nach kaudal. Die natürlichen Rückstellungskräfte, die eine Rückstellung des Kronenblocks nach Sistieren der Krafteinwirkung bewirken würden, sind aber nicht groß genug, um die Reibungskräfte des Geschiebes zu überwinden. Der Kronenblock ?verklemmt? sich im Geschiebe (?Geschiebe passt zu gut?) und verharrt auf einem leicht kaudal liegenden Niveau. Die Folge ist eine kontinuierliche Krafteinwirkung auf den Kronenblock bei jedem Kauvorgang in kaudaler Richtung ohne die Möglichkeit der Rückstellung.