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13.06.06 16:46 Alter: 6 Jahr(e)

Unzureichende Planung: Längsfraktur durch Überbelastung

 

Fehler des Monats Juni 2006

Was ist passiert?
Bei einer 65jährigen Patientin ging Zahn 33 als endständiger Pfeilerzahn eines alten Kombi-Zahnersatzes verloren; zu lange war der provisorische Stiftaufbau in situ, so dass es ? auch aufgrund des zögerlichen Verhaltens der Patientin ? zur kariösen Zerstörung des ursprünglich als Teleskoppfeiler geplanten Zahnes und zur anschließender Extraktion kam.

Anstelle dessen wurde der wurzelgefüllte Zahn 32 als Telekopkrone mit in die Planung einbezogen, und mit einem Stufenteleskop sowie einem gegossenen Stiftaufbau versorgt. Als weitere Pfeiler der Teleskopprothese wurden die Zähne 47, 45 und 44 verwendet.

Was war das Ergebnis?
Kurz nach Eingliederung der neuen Teleskoparbeit kam es durch Überbelastung zu Schmerzen am Zahn 32.

Eine Woche später dezementierte sich der konventionell befestigte Stiftaufbau an besagtem Zahn, der daraufhin adhäsiv befestigt wurde. Nach weiteren zwei Wochen musste der Zahn aufgrund einer Längsfraktur gezogen werden.

Der verbleibende Zahnersatz mit drei Teleskopen rechts ermöglicht der Patientin zwar immer noch einen akzeptablen Tragekomfort, jedoch ist die Prognose bzgl. Sattelkinematik und Atrophie des linken Unterkieferalveolarfortsatzes als kritisch zu bewerten.

Der Zahnersatz muss regelmäßig unterfüttert werden und unter Umständen langfristig durch eine zusätzliche Implantatversorgung in regio 033 ergänzt werden. Der Sitz und der Halt der Prothese sind langfristig fragwürdig; eine erhöhte Bruchgefahr besteht ebenfalls.

Mögliche Gründe?
Überbelastung des prothetisch minderwertigen Zahns 32.

Unzureichende prothetische Planung unter zu starker Berücksichtigung des Patientenwunschs nach implantatfreiem, konventionellem Zahnersatz.

Welche Faktoren trugen Ihrer Meinung nach zu dem Fehler bei ?

Hauptfaktor: Behandelnder Zahnarzt.

Negative Erfahrungen der Patientin bgl. Implantaten in ihrem persönlichen Umfeld.

Nachlässigkeiten des Behandlers bei der prothetischen Planung unter zu starker Berücksichtigung des Patietenwunschs (?Breitschlagenlassen?) .

Wie hätte man das Ereignis verhindern können?
(Selbsteinschätzung des Behandlers)


Die prothetische Planung war in diesem Fall unzureichend. Zwar wurde die Minderwertigkeit des Pfeilers 32 dahingehend berücksichtigt, dass rechts drei Pfeiler mit Teleskopen versorgt wurden.

Allerdings hätte der Zahn 32 nie allein als Pfeiler eingeplant werden dürfen, noch dazu als endständiger Pfeiler mit Wurzelfüllung und Stift.

Statt dessen hätten entweder ein Implantat zur Pfeilervermehrung in regio 033 gesetzt werden müssen oder mehrere Pfeiler der Unterkieferfront zusammen als Kronenblock verwendet werden müssen oder von vornherein nur rechts Teleskope angefertigt werden dürfen.


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