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04.09.08 23:20 Alter: 4 Jahr(e)

Allgemeinzahnärzte sind keine "Familienzahnärzte"

 

Allgemeinzahnärzte sind definitiv keine Haus- oder Familienzahnärzte, stellt der Berufsverband der Allgemeinzahnärzte BVAZ erneut klar, und wehrt sich damit energisch gegen die anhaltenden Bemühungen einiger Hochschullehrer und gewählter Standesvertreter, sie gezielt zu Zahnärzten zweiter Klasse herunterzureden.

"Sowohl der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, als auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde, Prof. Dr. Thomas Hoffmann, bezeichnen uns trotz der energischen Proteste von mehr als 5000 in der Allianz gegen die Änderung der Weiterbildungsordnung organisierten Allgemeinzahnärzten weiter penetrant und abwertend als Haus- oder Familienzahnarzt", stellt Dr. Roland Kaden, Vorstandsmitglied des BVAZ, verärgert fest. "Wir Allgemeinzahnärzte überblicken im Gegensatz zu den Teilgebiets-Zahnärzten den gesamten Fachbereich", so Kaden weiter. "Wenn man also unbedingt eine zahnärztliche Berufsbezeichnung mit dem Stigma 'eingeschränktes Behandlungsspektrum' versehen will, dann passt dies sehr viel besser zu Spezialisten, die sich nur selten in mehr als einem ausgesprochen kleinen Teilbereich der Zahnheilkunde auskennen."

Der BVAZ sieht einen engen Zusammenhang zwischen derartigen Äußerungen und den Bemühungen von Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Deutscher Gesellschaft für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde (DGZMK), gemeinsam mit den Hochschullehrern ein modulares Weiterbildungssystem zu implementieren, das den nebenberuflichen Erwerb neuer Master- und Fachzahnarzttitel zum Ziel hat.

Geplant ist, eine neue Ebene von gegen Geld und Sitzfleisch von der Hochschule fortgebildeten Master und Fachzahnärzten zwischen Hochschule und allgemeinzahnärztlicher Praxis einzuziehen. Damit soll der Öffentlichkeit und der Politik offensichtlich eine gehobene Qualität im Sinne einer "Lizenz zur lege-artis-Behandlung" suggeriert werden, um anschließend über sektorale HVMs und Gruppenverträge die Honorartöpfe der Allgemeinzahnärzte auszudünnen, die Kompetenz für bestimmte Therapien nur noch für die Spezialisten zu reklamieren und damit letztlich auch die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung zu gefährden.

Pressemeldung vom 4.9.2008


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