Allgemeinzahnärzte verurteilen Werbung für teure Spezialisten im STERN
Mit aller Schärfe verurteilt der Berufsverband der Allgemeinzahnärzte BVAZ den wiederholten Versuch von Prof. Michael Hülsmann (Uni Göttingen), in der Laienpresse mit Hilfe pseudowissenschafticher Diffamierung von Allgemeinzahnärzten ungeniert Werbung für Spezialisten zu machen - die unter anderem von ihm und seiner Fachgesellschaft ausgebildet und zertifiziert werden.
Nach Artikeln in der "Apotheken Rundschau" und in der WELT wird Hülsmann nun auch in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift STERN GESUND LEBEN [1] mit einer Studie zitiert, die angeblich "erschreckende Zahlen" bei der Qualität von Wurzelbehandlungen durch Allgemeinzahnärzte liefern soll. Konkret wirft der Hochschullehrer seinen Kollegen vor, dass Zähne nicht erhalten werden, weil die Zahnärzte die Therapie nicht "mit viel Sorgfalt, Zeit und spezieller Ausrüstung durchführen würden".
"Wenn Herr Hülsmann wirklich eine neue Studie vorzuweisen hat, so soll er sie nach wissenschaftlichem Usus in einem renommierten Fachmagazin in Fachkreisen zur Diskussion stellen - und nicht in Illustrierten", mahnt BVAZ-Präsident Kau an. "Ein solches Vorgehen ist wissenschaftlich genauso unseriös wie die ungenierte Werbung für Wurzelkanal-Spezialisten - die unter anderem er und seine Fachgesellschaft AGET [2] ausbilden und zertifizieren. Hier geht es wohl mehr um pekuniäres Interesse als um den Patienten."
Der BVAZ kündigte an, die Einleitung eines Berufsgerichtsverfahren gegen Hülsmann wegen unkollegialen Verhaltens zu prüfen: "Zweimal hatte sich Hülsmann in der Vergangenheit erfolgreich herausgeredet, von den Journalisten getäuscht worden zu sein [3]. Nun glaubt ihm und seinen "Studien" keiner mehr ein Wort."
Dass Hülsmann zudem versuche, bei seiner Tingelei durch die Laienpresse en passant auch die Notwendigkeit eines Fachzahnarztes für Endontologie herbeizureden, sollte der Bundeszahnärztekammer BZÄK zu denken geben, warnt Kau: "Selbst wenn die BZÄK bei der Änderung der Musterweiterbildungsordnung im November keine neuen Fachzahnarztdisziplinen im Sinn hat - für ihre "Partner" aus den Hochschulen ist die Spaltung der Zahnärzteschaft in Hauszahnärzte mit eingeschränktem Behandlungsspektrum und Spezialisten anscheinend schon beschlossene Sache!"
[1] "Zahnstudie: Schlechte Qualität bei Wurzelbehandlungen"
http://www.stern.de/zaehne/aktuelles/632057.html
[2] Arbeitsgruppe Endodontie und Traumatologie
der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung
[3] Pfusch bei der Wurzelkanalbehandlung. In eigener Sache.
http://www.aget-online.de/docs/in_eigener_sache.pdf
Berufsverband der Allgemeinzahnärzte BVAZ
Pressemitteilung vom 25. Juli 2008
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