BVAZ fordert "Fachzahnarzt für Oralmedizin"
Der Berufsverband der Allgemeinzahnärzte (BVAZ) wendet sich gegen die Implementierung weitgehend kommerziell induzierter Master- und Bachelor-Titel. Der BVAZ fordert die Körperschaften und Hochschulen vielmehr nachdrücklich auf, die Allgemeinzahnmedizin zu stärken und dafür zu sorgen, dass die Studenten in einer Weise ausgebildet werden, die es ihnen ermöglicht, ihre Weiterbildung zum "Fachzahnarzt für Oralmedizin" unmittelbar nach der Approbation in den allgemeinzahnärztlichen Praxen beginnen zu können.
Der BVAZ fordert die Weiterentwicklung der Ausbildung des Allgemeinzahnarztes zum "Fachzahnarzt für Oralmedizin", so BVAZ-Präsident Dr. Günter Kau: "Der erfahrene, fachgebietsübergreifend tätige Allgemeinzahnarzt ist der 'Fachzahnarzt für Oralmedizin', den der Wissenschaftsrat für die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit synoptischer Zahnheilkunde zu Recht einfordert." "Nachdem Prof. Schlagenhauf im 'Weißbuch der Zahnheilkunde' einräumt", so Kau weiter, "dass er niemanden sieht, der Studenten und Hochschullehrer in Oralmedizin unterrichten könne, bietet der BVAZ den Hochschulen an, die große Erfahrung der Allgemeinzahnärzte bei der Implementierung dieses für die Zukunft der Zahnheilkunde an der Universität überlebenswichtige Lehrfach einzubringen."
Der BVAZ begrüßt, dass sich eine zunehmende Zahl von Kammern und KZVen in Resolutionen hinter den BVAZ stellt und die Bestrebungen der Fachgesellschaften ablehnt, Spezialisierungen zu Fachzahnarztdisziplinen zu erheben. Der BVAZ ist erfreut, dass seine Sicht auf den Spezialisierungswildwuchs inzwischen auch von der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) geteilt wird, und sichert zu, auch bei der Behandlung weiterer, die Allgemeinzahnärzte betreffender Themen eng mit den Körperschaften und der BZÄK zusammenzuarbeiten.
Der BVAZ appelliert an die Delegierten der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und der Bundeszahnärztekammer, die Weiterentwicklung der Allgemeinzahnheilkunde in Richtung Oralmedizin nachhaltig zu unterstützen und gegenläufigen Bestrebungen eine klare Absage zu erteilen. "Die allgemeinzahnärztlich tätigen Kolleginnen und Kollegen stellen schließlich die Mehrheit in allen Körperschaften", betont BVAZ-Präsident Kau.
PRESSEMITTEILUNG VOM 19.11.2007
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