BVAZ: Für eine Mehrkostenregelung in der Endodontie
"Der Berufsverband der Allgemeinzahnärzte in Deutschland (BVAZ) unterstützt die Forderung Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltungskunde (DGZ), eine Mehrkostenregelung für die endodontische Versorgung der gesetzlich versicherten Patienten einzuführen", beantwortete BVAZ-Geschäftsführer Dr. Dr. Rüdiger Osswald die Frage eines Journalisten am Rande einer Pressekonferenz.
Die Endodontie ist besonders in etwas schwierigeren Fällen eine zeitaufwendige therapeutische Maßnahme. Zahnerhaltend ausgerichtete Praxen können heute ohne entsprechende Mehrkostenregelungen wirtschaftlich nicht mehr überleben, wenn sie ihren hohen Anspruch an die indikationsgerechte Behandlung auch gesetzlich versicherter Patienten nicht aufgeben wollen.
Osswald weiter: "Es darf aber diesmal nicht passieren, wie es vergleichbar gerade bei der neuen Gebührenordnung GOZ geschieht, dass die Einbeziehung des fachlichen Sachverstandes der Hochschule und der Fachgesellschaften in die Verhandlungen über Gebührenordnungen dazu führt, dass die indikationsgerechte Behandlung der Endodontitis auf dem Altar des Dentalmikroskops oder ähnlicher Derivate geopfert wird, um in Deutschland eine höchstpreisige Endodontie nach US-amerikanischem Vorbild zu implementieren, die breite Bevölkerungskreise von der indikationsgerechten Behandlung der Endodontitis ausschließt."
Des Weiteren fordert der BVAZ Hochschulen und die Fachgesellschaften auf, sich mit ihrem geballten Sachverstand auch für die Aufhebung des Budgets in der Zahnerhaltung und für eine entscheidende Veränderung des BEMA im Bereich der endodontologischen Versorgung aller Patienten einzusetzen.
"Der neue BEMA fordert engagiert zahnerhaltend tätige Kollegen auf, Zähne zu extrahieren, die mit einfachen Mitteln erhalten werden können", entrüstet sich Osswald, "oder ihren Erhalt privat in Rechnung zu stellen. Zahnerhaltung nur noch für die Schönen und Reichen? Das ist mit unserem Bild von einer synoptischen und fachübergreifenden Zahnheilkunde im Sinne von Oralmedizin, wie sie der Wissenschaftsrat dringend von der Hochschule einfordert, nicht zu vereinbaren. Eine Mehrkostenregelung ist sowohl für Patienten als auch Kostenträger die wirtschaftlichere Alternative zu konventionellem Zahnersatz oder gar Implantationen."
BVAZ Berufsverband der Allgemeinzahnärzte in Deutschland
PRESSEMITTEILUNG vom 18. Juni 2008
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