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05.03.08 09:10 Alter: 4 Jahr(e)

BVAZ gegen eigene Budgets und Gruppenverträge für Teilgebietszahnheilkunde nach US-amerikanischem Muster!

Kategorie: Pressemeldung

 

Vieles deutet darauf hin, dass es in der Zahnärzteschaft genau so laufen soll, wie vor ein paar Jahren bei den Hausärzten: Erst schafft man zahlreiche Fach(zahn)arzt-Titel, die anschließend den Fach(zahn)ärzten zur Legitimation dienen, sich bei den Honoraren der Allgemein(zahn)ärzte zu bedienen. Die Dummen dabei wären die Allgemeinzahnärzte!

Die Neufassung der Weiterbildungsordnung, die Ende 2008 von der Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer verabschiedet werden soll, soll es möglich machen, dass man einen Fachzahnarzttitel durch den so genannten "Part-time-Master" auch berufsbegleitend erwerben kann. Der praktische Ausbildungsanteil erfolgt in der Praxis, die theoretische Ausbildung mitsamt Titelvergabe erfolgt an der Universität. Die bisherige strikte Grenzziehung zwischen Fort- und Weiterbildung wird damit aufgelöst.

Durch die Veröffentlichungen des BVAZ wird es offensichtlich einer zunehmenden Zahl von Allgemeinzahnärzten bewusst, wohin die Reise gehen soll: Die Honorare der Allgemeinzahnärzte über die Schaffung sektoraler Budgets zugunsten der kostenpflichtig weitergebildeten "Spezialisten" zu beschneiden.

Hintergrund der Vorschläge sind offensichtlich Wünsche und Hoffnungen, materiell von den Bestrebungen der Fachgesellschaften zu profitieren, eine spezialisierte Teilgebietszahnheilkunde nach US-amerikanischem Muster zu etablieren, und nach erfolgter Öffnung der GOZ mit privaten Versicherungen Gruppenverträge zu Gunsten ihrer Mitglieder und zu Lasten der Allgemeinzahnärzte abschließen zu können.

Diese Pläne der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und der Vereinigung der Hochschullehrer für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (VHZMK), gemeinsam die Weiterbildungsordnung zugunsten kostenpflichtig nebenberuflich und auch universitär zu erwerbender Master- und weiterer Fachzahnarzttitel zu kippen, hat dem Berufsverband der Allgemeinzahnärzte e.V. (BVAZ) in den letzten Monaten eine stark steigende Zahl von Mitgliedern beschert.

Hintergrund: Die Position des BVAZ
Allgemeinzahnärzte - Mehr als nur Spezialisten!


Der BVAZ lässt keinen Zweifel daran, dass die Etablierung berufsbegleitender "postgraduierter Master" mit den Allgemeinzahnärzten nicht verhandelbar ist, weil dies mit dem Bologna-Prozess (als dessen zwangsläufige Folge das alles "verkauft" werden soll) nichts zu tun hat.

  • Postgraduierte Master sind mit uns nicht verhandelbar ? schon gar keine im Nebenberuf gegen Sitzfleisch und Geld erworbenen. Man bräuchte diese Ausbildung nicht, wenn die Hochschullehrer ihre Pflicht zur Ausbildung der Studenten nicht vernachlässigen würden, um postgraduiert durch die Lande und die Regenbogenpresse zu tingeln.

  • Wenn die Uni unbedingt Fachzahnärzte will (um ihr wissenschaftliches Personal zu halten), dann akzeptieren wir das unter der Bedingung, dass diese Kollegen ? falls sie sich niederlassen ? nur in ihrem Fachbereich und nur auf Überweisung durch einen Allgemeinzahnarzt tätig werden können.

  • Wir bleiben dabei: Wir brauchen keine neue Fachzahnarzttitel. Sollte aber die Bundeszahnärztekammer ihr Master-Modell umsetzten, fordern wir laut und öffentlich den "Fachzahnarzt für Oralmedizin" und setzen diesen auch durch. Mit der Etablierung des "Fachzahnarztes für Oralmedizin" garantieren wir, dass die über 40.000 Allgemeinzahnärzte ? anders als die Master und so genannten Spezialisten für Teilzahnheilkunde ("Milchzahnärzte"; "Zahnfleischzahnärzte", "Wurzelkanalzahnärzte") ? die Zahnheilkunde umfassend ausüben können und dies auch nach außen dokumentieren.

    PRESSEMITTEILUNG vom 5. März 2008


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