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09.11.07 14:43 Alter: 5 Jahr(e)

DGZMK überarbeitet umstrittene Kofferdam-Leitlinie

 

Nur dem hartnäckigen Nachfassen des Berufsverbandes der Allgemeinzahnärzte in Deutschland BVAZ ist es zu verdanken, dass die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde DGZMK einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht hat: Von der zahnärztlichen Öffentlichkeit unbemerkt hat sie den unseligen Text ihrer Leitlinie "Good clinical practice" entschärft. Aus dem Passus "eine Kofferdamisolierung hat bei jeder Sitzung einer Wurzelkanalbehandlung zu erfolgen", wurde "...soll...erfolgen".

"Wir geben uns damit nicht zufrieden"

"Das ist zweifellos ein erster Schritt in die richtige Richtung", so BVAZ-Präsident Günter Kau, "Wer aber glaubt, dass sich der BVAZ damit zufrieden gibt, wird sich nachhaltig getäuscht sehen."
In einem schnellen nächsten Schritt müsse der Passus "bei jedem Schritt der Behandlung" vollständig gestrichen werden. "Dies ist aus medizinischer Sicht Unsinn, was von der DGZMK selbst in einer weiteren Stellungnahme bestätigt wird", bekräftigte Kau die Entschlossenheit der Allgemeinzahnärzte, sich unter dem Deckmäntelchen "Wissenschaft" keine nicht indikationsgerechten Spezialistenprotokolle vorschreiben zu lassen.

Mit den Worten: "Der BVAZ wird nicht Ruhe geben, ehe auch die widersinnige Leitlinie zum frakturierten endodontischen Instrument zurückgezogen und das Wort "Standard", das nach wissenschaftlichem Konsens nichts in Leitlinien zu suchen hat, bezüglich der Verwendung von Kofferdam aus allen Verlautbarungen der DGZMK getilgt ist", ermunterte Kau alle Allgemeinzahnärzte, in ihrem Widerstand nicht nachzulassen.

Hintergrund
Am Streit um die Worte "soll erfolgen" vs. "hat zu erfolgen" hatte sich in der Zahnärzteschaft im Februar 2006 ein Streit um die mangelhafte Wissenschaftlichkeit der Leitlinien der wissenschaftlichen Dachorganisation DGZMK und um den Einfluss der in ihr zusammengeschlossenen Fachgesellschaften entzündet. Der BVAZ wehrt sich dagegen, dass Fachgesellschaften Leitlinien missbrauchen, um Standards zu setzen, die dann angeblich nur noch von Fachzahnärzten oder teuer fortgebildeten "Spezialisten" eingehalten werden können.

PRESSEMITTEILUNG vom 9. November 2007


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